Ausbildungsreife

Bei der Ausbildungsreife geht es um Mindestanforderungen, die bereits beim Einstieg in eine berufliche Ausbildung erfüllt werden müssen. Dazu zählen Kenntnisse, Fähigkeiten und Merkmale, die für alle Ausbildungsberufe grundlegend wichtig sind: z.B. entsprechende schulische Leistungen, physische und psychische Belastbarkeit oder die Voraussetzungen zur Bewältigung eines Achtstunden-Tages. Fähigkeiten und Fertigkeiten, die während einer Ausbildung erworben werden, zählen nicht dazu.

Ohne Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft läuft in der Ausbildung nichts: Allerdings können Unternehmen nicht von vornherein davon ausgehen, dass Bewerber/innen diese und andere Kriterien der Ausbildungsreife erfüllen.

Einen Überblick über die wesentlichen Merkmale bietet der "Kriterienkatalog" zur Ausbildungsreife.

Die Merkmale auf einen Blick

  Schulische Grundkenntnisse

• schreiben: Ausdruck und Rechtschreibung
• lesen: Texte verstehen, mit Medien (Bücher, Zeitungen) umgehen
• sprechen und zuhören
• mathematische Grundkenntnisse
• wirtschaftliche Grundkenntnisse

  Denkvermögen

• Sprachbeherrschung
• rechnerisches Denken
• logisches Denken
• räumliches Vorstellungsvermögen
• Merkfähigkeit
• Bearbeitungsgeschwindigkeit
• Daueraufmerksamkeit

  Körperliche Verfassung 

• körperliche Entwicklung dem Alter entsprechend
• Gesundheitszustand

  Soziale Fähigkeiten

• Durchhaltevermögen
• Kommunikationsfähigkeit
• Konfliktfähigkeit
• Kritikfähigkeit
• Leistungsbereitschaft
• Selbstständigkeit
• Sorgfalt
• Teamfähigkeit
• Umgangsformen
• Verantwortungsbewusstsein
• Zuverlässigkeit

  Berufswahlreife

• Fähigkeit, sich selbst einzuschätzen
• Fähigkeit, sich zu informieren

 

Unterschiede zwischen Berufswahlreife und Ausbildungsreife 

Berufswahlreife

Die Berufswahlreife charakterisiert den beruflichen Entwicklungsprozess. Das ist die Fähigkeit und Bereitschaft zur Bewältigung der phasentypischen Entwicklungsaufgaben, die es im Laufe der vorberuflichen und beruflichen Entwicklung zu bewältigen gilt.

Die Entwicklung geschieht durch die Auswertung der verschiedenen Quellen zur Berufswunschbildung, diese sind z.B. Lehrer, Eltern, Praktika, Berufsinformationszentren (BIZ), Berufsberater, Freunde und das Internet. Diese Informationen werden unterschiedlich genutzt und können die eigenen Berufswünsche festigen.

 

Ausbildungsreife

Als Ausbildungsreife wird der gestige und soziale Entwicklungsstand für eine Berufsausbildung bezeichnet. Die geistige und soziale Reife beinhaltet die Kompetenz, den Anforderungen der Ausbildung und der Berufswelt gewachsen zu sein. Bei fehlender Ausbildungsreife handelt es sich nicht um einen endgültigen Zustand; sie kann zu einem späteren Zeitpunkt erreicht werden.